Online-Praesenz-Symbolbild

Und hilft viel auch viel?

Birte und Roland haben vor 3 Jahren ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: sie haben eine kleine Kaffeerösterei gegründet. Angeschlossen an die Kaffeerösterei ist eine Espresso Bar. Sie arbeiten mit Kooperativen zusammen und bieten Fairtrade und Bio-Kaffee an. Stammkunden im Cafe haben sie genug, doch ihre Kaffeebohnen verkaufen sich schlechter als erwartet. Sie reden mit Klaus darüber, Klaus hat im Hinterhof eine Fahrradwerkstatt. Diese läuft super und sie fragen ihn, warum das so ist, trotz der versteckten Lage. „Meine Kunden finden mich online“.

Warum ist eine Online Präsenz wichtig?

Deine Online Präsenz ist mehr als eine Visitenkarte: Du präsentierst Dich, Dein Produkt, Deinen Laden, Dein Unternehmen. Die Customer Journey und das Kundenverhalten hat sich verändert, heute informiert man sich zuerst online.

Der potenzielle Kunde soll daher online alle für ihn relevanten Informationen finden. Es gibt viele unterschiedliche Online Kanäle und vermutlich musst Du nicht alle bespielen. Jedes Element bedeutet Arbeit und Energie, diese gilt es bestmöglich einzusetzen. Daher ist es sehr wichtig, die Elemente, den Bedarf und die Voraussetzungen zu erkennen, um sie richtig umzusetzen.

In diesem Artikel erkläre ich Dir die fünf wichtigsten Elemente einer optimalen Online Präsenz, wie Du Deinen Bedarf ermittelst und wie Du Deine Ressourcen einsetzt.

Die 5 Elemente

Heute kommt ein Unternehmer nicht um eine Online Präsenz herum. Ich sage jetzt bewußt nicht “Webseite” oder “Online Shop”, es kann auch Social Media oder YouTube sein. Es gilt: was für den einen funktioniert, muss für den anderen längst nicht passen.

Grundsätzlich gibt es fünf Elemente, auf die Du Dich konzentrieren solltest:

Google my Business

Ein Basic, dazu noch völlig kostenlos. Mit einem Eintrag bei Google My Business wirst Du nicht nur in den Suchergebnissen bei Google gelistet, sondern auch bei Google Maps.
Google ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Als die größte Suchmaschine der Welt ist es wichtig, daß Du Dich oder Dein Unternehmen dort präsentierst.


Richtig angewendet ist das ein mächtiges Tool: Du informierst nicht nur über Deine Adresse und aktuellen Öffnungszeiten, Du kannst Fotos und weitere Infos hinterlegen. Wenn Du aktiv damit arbeitest, bringt Dir Google My Business in den Suchergebnissen ein gutes Ranking. Durch einen Eintrag bei Google My Business erhöht sich die Auffindbarkeit sowohl in der Suchmaschine, als auch bei Google Maps. Es gibt nicht viele Unternehmen oder Unternehmer, die auf Google My Business verzichten können.

Und keine Angst vor den Bewertungen, es ist ein tolles Tool zur Kundengewinnung! Agiere mit den Leuten: bedanke Dich für eine gute Bewertung oder entschuldige Dich, falls es mal eine Beschwerde gibt. Du zeigst Dich menschlich und kannst damit aus einer schlechten Bewertung schnell einen guten Effekt rausholen.

Ich will es nicht unterschlagen: es gibt die Möglichkeit, eine Webseite über Google My Business anzulegen. Davon rate ich ab. Es ist besser, eine „echte“ Webseite anzulegen, damit bekommst Du deutlich mehr Aufmerksamkeit im Netz. Zur Webseite komme ich jetzt.

Webseite

2020 sollte sich jeder eine Webseite leisten, der etwas anzubieten hat. Hier variiert die Range von einer einfachen Visitenkarte bis hin zur ausgefallenen Webpräsenz.
Um die richtige Webseite zu erstellen, kläre zuerst die Fragen: was willst Du mit der Webseite erreichen und was kannst Du mit der Webseite erreichen?

Daraufhin entwickelst Du ein Konzept. Vielleicht reicht eine einfache Visitenkarte mit einer kurzen Übersicht Deiner Leistungen und Deinen Kontaktdaten. Das ist Basic und sollte jeder Unternehmer haben. Oder Du willst eine kreative Präsentation deines Portfolios.
Und auch wenn Du ein Ladengeschäft hast, musst Du keinen Onlineshop betreiben. Je nach Ausrichtung und Angebot kann es für Dich sogar besser sein, Dein Ladengeschäft exklusiv zu präsentieren.

Die perfekte Online Präsenz entwickeln

Um Webseiten und Webdesign ranken sich viele Mythen, die sich teilweise widersprechen: es ist wahnsinnig teuer und sehr kompliziert zu erstellen, es ist total einfach selbst zu machen, man braucht keinen Webdesigner, rechtliches Stolperfallen,…
Über diese Mythen werde ich noch einen eigenen Artikel schreiben. Wenn Du diesen nicht verpassen willst, trage Dich gleich für den Newsletter ein!
Eines vorweg zu den Kosten und dem Aufwand: dieser richtet sich vor allem nach Deinen Vorstellungen und Deinen Voraussetzungen!

Wenn Du nur eine einfache “Visitenkarte” haben willst, dann genügt eine Webseite aus dem Baukasten. Hier rate ich von kostenlosen Anbietern ab. Für den kostenlosen Service zahlst Du mit dem kostbarsten Gut in der heutigen Zeit: Daten. Und hier nicht nur Deine, sondern auch die Deiner Kunden. Daher bin ich ebenso kein Freund von den Premium – Angeboten dieser Anbieter.

Es gibt von den großen Domain- und Hostinganbietern günstige Angebote für ca 5€ mit Webseiten Baukasten oder einer einfachen Webseiteninstallation. Damit findet Dich jeder, der explizit und genau nach Dir sucht.

Möchtest Du in allgemeinen Suchanfragen (zum Beispiel nach “Kaffeerösterei”) gefunden werden, reicht das nicht. Dafür benötigst Du dann mehr Arbeit und Input, unter anderem eine SEO – Optimierung. Auch das kannst Du je nach Vorkenntnissen und Talent selbst machen. Ist jedoch beides nicht vorhanden, solltest Du es outsourcen. Hier ist die Funktionalität und die Nutzererfahrung ein sehr wichtiges Kriterium für dem Erfolg. Schliesslich soll eine Webseite bestenfalls Interessenten zu Kunden machen.

Social Media

Social Media bringt Dir Authentizität, Du kannst Dich und Dein Angebot nah und vor allem zeitnah präsentieren: die neue Lieferung, das angesagte Trendteil, die persönliche Beratung.
Social Media ist Arbeit, Du musst leisten und abliefern. Leisten heißt, Du musst Content bereitstellen: Bilder und Texte. Dabei gilt nicht: viel hilft viel, sondern Qualität vor Quantität. Stell Dir vor, Dein Kunde steht direkt vor Dir. Er verbindet Dich und Dein Angebot mit Deinem Content.
Arbeiten bedeutet, auch nach dem Posting am Ball zu bleiben. Wenn Du Reaktionen bekommst, dann antworte darauf. Möglichst zeitnah und immer authentisch.

Abgestimmt auf Dein Angebot benötigst Du unterschiedliche Social Media Kanäle. Nicht für jeden ist Pinterest interessant, Instagram spielt nach eigenen Regeln und Twitter spricht andere Personen an. Die Social Media Strategie muss gut durchdacht sein, um wichtige Ressourcen nicht zu verschwenden. In dem Artikel “Wie finde ich wirksame Social Media Strategien?” erkläre ich Dir, warum Du Social Media nutzen solltest, wie Du den richtigen Kanal findest und eine gute Strategie entwickelst.

Blog/Vlog

Ein Blog ist die perfekte Möglichkeit, sich und sein Angebot aktiv zu präsentieren. Hierbei zählt natürlich Aktualität und Engagement. In einem Blog zeigst du Kompetenz und Können.

Grundsätzlich ist es wichtig, die einfachen Regeln der Rechtschreibung und Schreiblehre zu beachten. Es gibt im Netz viele Artikel über das richtige Schreiben von Blogartikeln. Ebenso gibt es Kurse und Seminare. Beschäftige Dich damit, bevor Du startest.

Für einen Blog brauchst Du natürlich auch eine Webpräsenz. Das Wissen dazu hast Du ja im vorherigen Abschnitt bekommen.

Nicht jeder ist zum Schreiben geboren, es gibt auch die Möglichkeit eines Video-Blogs (ein sogenannter Vlog). Auch hier gibt es ein paar wichtige Grundregeln zu beachten.
Ein Vlog muss nicht mit teurer Technik erstellt werden, auch mit dem Smartphone und frei erhältlicher Bearbeitungssoftware kann man einen guten Beitrag erstellen.
Auch hierzu findest du im Netz sehr viele Informationen, vor allem natürlich bei YouTube.

Der Inhalt und die Umsetzung ist die wichtigste Komponente, sowohl beim Blog als auch beim Vlog: es soll immer informativ, fokussiert und unterhaltend sein. Wenn Du authentisch bist, verzeihen Deine “Follower” auch kleine Fehler oder geringe Produktionskosten.

Online Shop

Bevor Du einen Online Shop eröffnest, musst Du das Potenzial ganz genau einschätzen. Kannst Du bei dem bestehenden E-Commerce Markt mithalten?
Ein Online Shop bedeutet logistische und juristische Mehrarbeit. Wenn Du Dich dafür entscheidest, solltest Du Dich auf jeden Fall sehr gut darüber informieren.

Es gibt auch die Möglichkeit, niederschwellig in den E-Commerce einzusteigen. Sowohl Ebay als auch Amazon bieten die Möglichkeit, ihre Plattformen zu nutzen. Sogenannte “Markplätze” oder “Market Places”. Es gibt auch noch Etsy und Sugartrends für kleine Unternehmen und mehr Unabhängigkeit von den Großen. Für digitale Produkte gibt es auch unterschiedliche Angebote.

Alle diese Marktplätze wollen natürlich an Dir mitverdienen, sie verlangen eine Provision. Um Deine Shopidee und Dein Produkt zu testen, ist jedoch ein Marktplatz der einfache und sichere Weg.

Ein Online Shop kann Deinen Kundenkreis auf jeden Fall deutlich erweitern. Wenn Du das Potenzial dafür definitiv siehst, dann lohnt sich die Mühe und die Arbeit. Für einen unabhängigen Online Shop brauchst Du viel Wissen und Information. Auch hier ist das Netz dein bester Freund, jedoch solltest Du hier auf die Qualität der Informationsquelle achten! Es gibt zum Beispiel gute Facebookgruppen. Aber auch Verbände und Handelskammern können dabei helfen.

Wie erkennst Du Deinen Bedarf?

Die wichtigste Regel dazu ist: Dein Bedarf für die Online Präsenz richtet sich nicht nach Dir, Dein Bedarf richtet sich nach Deiner Zielgruppe und Deinem Ziel.

Wer ist Deine Zielgruppe? Dein Wunschkunde? Wenn Dir die Eingrenzung schwer fällt, dann nutze einen Trick aus dem Marketing: erstelle Dir sogenannte Personas. Gib Deiner Zielgruppe ein Gesicht, einen Namen, Interessen und Eigenschaften. Dadurch fällt Dir die Eingrenzung und Entscheidung einfacher, Du kannst Deinen Kunden besser verstehen und den Bedarf besser eingrenzen.

Wenn Du jetzt den Bedarf kennst, kannst Du die Prioritäten festlegen. Sehr schnell umgesetzt ist GoogleMyBusiness, am längsten wird die korrekte Einrichtung eines Onlineshops dauern.
Über Personas werde ich später noch einen Artikel schreiben. Du möchtest diesen nicht verpassen? Dann trage Dich schnell in den Newsletter ein!

Deine Ressourcen und die Möglichkeiten

Du hast Deinen Bedarf erkannt, sehr gut. Allerdings gibt es neben dem Bedarf noch eine weitere Größe: Deine Ressourcen.
Vielleicht liegt Dir weder das Schreiben, vor einer Kamera gerätst du in Schockstarre und Technik generell überfordert Dich? Das ist total in Ordnung, wir haben alle unterschiedliche Talente.
Es ist wichtig, im Rahmen Deiner Möglichkeiten zu arbeiten. Nur eine professionelle Online Präsenz ist eine wirksame.

Ich zum Beispiel als Solopreneur habe keinen Google My Business Eintrag und keine Facebookseite. Ich habe weder ein offizielles Büro noch eine örtliche Eingrenzung meiner Tätigkeiten. Daher habe ich mich gegen Google My Business und Facebook für mich entschieden. Da ich stark visuell arbeite, habe ich einen Instagram und Pinterest Account, eine Webseite und bin natürlich bei XING und LinkedIn.

Für den privaten Blog haben wir natürlich eine Webseite mit Blogfunktion, einen Facebook und Instagram Account und einen Youtube Kanal.

Du siehst, die Variationen hängen eng am Bedarf.

Wenn du jetzt aber aufgrund Deiner Voraussetzungen einen erkannten Bedarf nicht abdecken kannst, hast du zwei Möglichkeiten:

1. Delegieren.

Kannst Du Teilbereiche outsourcen oder willst Du den ganzen Bereich abgeben? Überlege Dir eine Strategie und mache Dir klar, was Du abgeben kannst oder willst.
Vielleicht kennst Du jemanden, der gut schreiben kann. Zum Beispiel in Deinem Unternehmen, Bekanntenkreis oder auch bezahlte Freelancer.
Du kannst Dir einen Online Manager ins Boot holen. Mehr über den Online Manager findest Du in meinem Artikel “Wie Dir Online Management hilft, besser gesehen zu werden
Du kannst auch nach „VA“, virtuelle Assistenz, schauen. Es gibt virtuelle Assistenten, die für Dich bestimmte Bereiche abdecken können.

Eine wichtige Komponente des Delegieren ist das Kontrollieren: schau Dir an, was passiert, lass es Dir erklären und bleibe dabei. Du solltest immer auf dem aktuellen Stand sein, denn Deine Online Präsenz ist wie ein Schaufenster: es präsentiert Dich. Wenn diese Präsentation nicht zu der Realität passt, verlierst Du Deine Authentizität und damit Deine Glaubwürdigkeit. Die Kunden springen ab.

2. Andere Wege finden

Du konzentrierst Dich und Deine Energie auf Bereiche, die Dir liegen.
Gehen wir zu dem Beispiel Online Shop: Du hast ein Ladengeschäft und bist zwar der Meinung, Du könntest mit einem Online Shop gute Umsätze machen. Doch die Logistik ist Dir einfach zu viel: Verpackungsgesetz, Bezahlanbieter, … also entscheidest Du Dich aufgrund der Voraussetzungen dagegen. Das ist okay, meiner Meinung nach benötigt nicht jeder Händler einen Online Shop!

Dennoch benötigst Du eine gute Online Präsenz und solltest Online einen bestimmten und zu Dir passenden Service anbieten. Manchmal reicht auch nur eine persönliche Kontaktmöglichkeit aus, zum Beispiel über den Google My Business Eintrag. Zusätzlich dazu bietest Du zukünftig ein persönliches und individuelles Angebot (zum Beispiel VIP Shopping oder Styling Beratung) auf Deiner Webseite an und bewirbst es auf Instagram und Facebook.

Fazit Online Präsenz

Mit der richtigen Online Präsenz machst Du Dich für Deine potenziellen Kunden sichtbar. Du erhöhst deine Authentizität, die Loyalität Deiner Kunden und die Kundenzufriedenheit. Das alles sind wichtige Faktoren der Kundenbindung, ohne diese heute eine erfolgreiche Marktpräsenz nicht möglich ist.

Wichtig!
Wenn Du Dich für eine Strategie entschieden hast, ist diese nicht in Stein gemeißelt.
Du brauchst am Anfang natürlich Zeit und Geduld.
Wenn ein Element nicht funktioniert, dann versuche etwas anderes. Investiere Deine kostbare Zeit und Energie nicht in Projekte ohne ROI (Return of Investment).

Du willst Deine online Präsenz optimieren, weißt aber nicht, wo Du anfangen sollst? Kein Problem, melde Dich einfach bei mir, gemeinsam finden wir den richtigen Weg für Dich!

PS:
Birte und Roland haben ihre Rösterei und ihr Café bei Google My Business angemeldet. Lisa, eine ihrer Stammkundinnen, hat die Rösterei bei Instagram angemeldet und die Pflege übernommen. Dafür bekommt sie ihren täglichen Espresso Macchiato umsonst und Birte und Roland mehr Reichweite. Aktuell sind sie in Verhandlung über eine Kooperation mit einem Feinkostgeschäft, welches auch einen Onlineshop betreibt. Die Espresso Bar kommt langsam in Schwung.

Offline-Shopping: Nichts geht mehr ohne Smartphone

https://www.springerprofessional.de/versicherungsvertrieb/vertriebsmanagement/die-digitale-praesenz-sagt-viel-ueber-die-digitale-kompetenz/17377570

https://www.google.com/intl/de_de/business/

https://sichtbar-im-netz.de/5-gruende-warum-sie-einen-guten-google-business-eintrag-haben-sollten/

https://www.capterra.com.de/blog/536/marketing-fur-selbstandige-die-digitale-prasenz-erhohen

https://blog.hootsuite.com/de/google-my-business/

https://www.impulse.de/management/marketing/onlineshop-eroeffnen-kosten/3274640.html

https://www.impulse.de/management/marketing/online-marktplaetze-vor-und-nachteile/3121086.html

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