Visual Merchandising Symbolbild

Und wofür Visual Merchandising gut ist.

Lisas beste Freundin Julia eröffnet ihre eigene Agentur für Interior Design. Es wird ein toller Event und Lisa sucht ein ganz besonderes Outfit. Sie recherchiert ein wenig auf Instagram und findet eine Boutique, die auf einem Post genau ihr Outfit zeigt. Giselas Modeboutique ist auch nicht so weit weg, also macht sie sich auf den Weg. Dort angekommen ist sie jedoch irritiert: die Boutique sieht dunkel aus und im Schaufenster hängen Pullover, die ihre Oma nicht tragen würde. Sie dreht sich um und geht in die Innenstadt, um sich bei den bekannten Ketten umzuschauen.

Gisela hat eine potenzielle Kundin verloren.

Was heißt Visual Merchandising und woher stammt der Beruf?

2013 startete ich mein Business als Visual Merchandising Freelancer. Das ist die internationale und aktuelle Berufsbezeichnung eines schon lange existierenden Berufes: Dekorateur oder auch Schauwerbegestalter.

Aber hat sich denn nur die Bezeichnung geändert oder auch die Tätigkeit?
Und ist das auch heute noch so?

  • Bis 1975: Dekorateur / Schaufensterdekorateur – die Dekorationsabteilung nur verantwortlich für die Dekoration des Schaufensters und eventuell noch Sonderflächen im Innenraum eines Ladens. Die Tätigkeit war sehr kreativ und handwerklich. Dabei waren die Dekorateure losgelöst vom unternehmerischen Handeln.
  • 1975: Aktualisierung der Ausbildung und Umbenennung in Schauwerbegestalter (englisch: Visual Merchandiser) – mit der Zeit wurde der Beruf komplexer, es kamen mehr und mehr Aufgaben dazu wie Plakatgestaltung, Preisschilder schreiben oder drucken, Warenpräsentation. Die Ausbildung wurde neu geregelt. Die Schauwerbegestalter wurden enger in die unternehmerischen Abläufe eingespannt, es wurde der Fokus nicht nur auf schöne Schaufenster gelegt: die Verkaufsräume und die Verkaufszahlen wurden wichtiger.
  • Seit 2004: Gestalter für visuelles Marketing – schließlich hielt auch in diesem Beruf die Digitalisierung Einzug. Es wird digital gestaltet, Projekte entworfen. Die Kalkulation und betriebswirtschaftliche Aspekte sind ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung.

Warum heißt der Artikel dann nicht „Was macht ein Gestalter für Visuelles Marketing?“
Auch heute ist die gängige Berufsbezeichnung noch Visual Merchandiser.
Ob das jetzt daran liegt, dass die neue Berufsbezeichnung sehr eckig ist oder an der Veränderungsfähigkeit des Einzelhandels, lasse ich jetzt mal so im Raum stehen.

Was macht ein Visual Merchandiser heute?

Visual Merchandising ist ein Bereich des Visual Marketing. In dem Artikel “Was ist Visual Marketing” erkläre ich das genauer.

Visual Merchandising ist ein klassisches Werkzeug zur Verkaufsförderung. Visual Merchandiser sorgen für eine optimale Warenpräsentation. Es werden Produkt-, Farben- und Modewelten gestaltet, sowohl im Schaufenster als auch am Point of Sale.
Ziel des Visual Merchandising ist es, den Kunden anzusprechen, Interesse zu wecken und zu natürlich verkaufen.

Visual Merchandising Symbolbild Rückwand

Dabei spricht man auch vom roten Faden: vom Schaufenster in den Laden und bestenfalls an die Kasse. Kurz gesagt: Visual Merchandising wird eingesetzt zur Umsatzsteigerung. Diese kann auf unterschiedliche Weise erzielt werden: ansprechende und inspirierende Schaufenster, optimale Warenpräsentation, Storytelling, Kundenbindung. Der Fokus liegt hier ganz klar beim stationären Einzelhandel.

Dazu gehören Tätigkeiten wie:

  • Schaufenstergestaltung
  • Ladengestaltung
  • Inszenierung von Sonderflächen
  • Messegestaltung
  • Styling für Produktfotografie

Die Liste ist natürlich längst nicht vollständig. In den unten angehängten Links findest Du mehr und weitergehende Informationen.

Die Customer Journey, das Kaufverhalten hat sich durch die Digitalisierung stark verändert. Daher kann sich das Visual Merchandising nicht mehr nur auf die visuelle Gestaltung im Raum beschränken. Die wichtigsten Aspekte der Customer Journey werden sonst ignoriert, der Kunde wird nicht zu Beginn seiner Reise eingefangen.
Daher bezieht eine gute Verkaufsförderung gleichermaßen auch den Onlineauftritt ein. Es geht dabei nicht nur um die schöne Präsentation der Produkte, das Styling, sondern auch um die Bildsprache. Der klassische rote Faden spielt eine große Rolle. Heute geht es bei dem roten Faden darum, die auf Instagram gezeigte Stimmung oder Ware im Laden zu finden.
Visual Merchandiser können die Verbindung schaffen zwischen Social Media, Online Marketing und Stationärem Handel.

Visual Merchandiser

  • Planen
    Aktionen, Budget
  • Inszenieren
    Flächen, Schaufenster, Produkte
  • Reporten
    Umsätze, Budget, Analysen

Welche Mittel gibt es im Visual Merchandising?

Konzeption

Mit einem durchdachten Ladenkonzept können die Verkäufe gesteigert werden, der Kunde nimmt bestenfalls noch Zusatzeinkäufe mit. Ein klassisches Beispiel sind der passende Gürtel zur Hose oder der Schal, der so schön zum Mantel passt. Auch Ladenhüter können durch eine ansprechende Präsentation gepusht werden. Vor der Kasse werden Mitnahme-Artikel präsentiert: der Regenschirm bei Regen, die Sonnenbrille bei Sonnenschein.

Storytelling

Inszenierungen erzählen Geschichten, in welchen sich der Kunde bestenfalls wiederfindet. Diese positiven Empfindungen erhöhen die Bereitschaft, sich intensiver im Geschäft aufzuhalten. Das „intensiv“ klingt jetzt etwas seltsam, lass mich das erklären: ich fühle mich wohl, ich fühle mich angesprochen. Also versuche ich, dieses Gefühl zu erhalten. Ich schaue mich um, ich betrachte Dinge genauer, ich gehe in die Tiefe. Wenn das, was ich jetzt finde, mir entspricht, dann nehme ich es mit.

Authentizität

Visual Merchandiser sorgen dafür, dass Dein Unternehmen authentisch ist. Von der Webseite, über Social Media bis hin zum Store ist alles aus einem Guss, spricht alles eine Sprache. Authentizität ist die wichtigste Währung in dieser Zeit. Wer nicht authentisch ist, verliert seine Kunden. Daher wird es zu diesem Thema in Zukunft weitere Artikel geben. Du möchtest das nicht verpassen? Dann trag dich in den Newsletter ein!

Wie kannst du jetzt Visual Merchandising optimal einsetzen?

Für den stationären Handel ist ein professionelles Visual Merchandising sehr wichtig. Größere Unternehmen haben ein eigenes Team oder lassen sich von Freelancer unterstützen. Freelancer findest du in ganz Deutschland, du kannst natürlich auch sehr gerne mich buchen.

Vielleicht hast du ein kleines Ladengeschäft und nur ein sehr kleines Budget? Es gibt ein paar Bücher zu dem Thema und wenn du eine Suchmaschine bemühst, wirst du sicher auch auf ein paar Artikel zu dem Thema stoßen. Du kannst versuchen, dich einzulesen.

Jetzt kommt das ABER: ich weiß, damit wirst du nicht glücklich! Das Thema ist komplex und man braucht auch viel Erfahrung. Es ist besser, wenn du dir externe Unterstützung holst, sei es zur Schulung oder als regelmäßige Maßnahme.
Es gibt für jedes Problem eine passende Lösung. Du kannst mich gerne anschreiben, wir finden auch für dich die richtige.

Es werden noch viele Artikel zum Thema Visual Merchandising folgen, unter anderem zur einfachen Umsetzung und zur optimalen Planung. Wenn du dich in den Newsletter einträgst, wirst du über jeden neuen Artikel informiert!

PS:
Auf der Party angekommen, stellt Julia Lisa ihre neue Nachbarin Gisela vor. Lisa erzählt den beiden von ihrem Erlebnis mit dem Kleid. Gisela, Inhaberin der Boutique, wird nachdenklich und beschliesst, ihre Schaufenstergestaltung und ihren Laden zu überarbeiten.

Linkliste

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/visual-merchandising-47904

http://www.wirtschaftslexikon24.com/e/visual-merchandising/visual-merchandising.htm

https://de.wikipedia.org/wiki/Visual_Merchandising

Ausbildung

https://www.ausbildung.de/berufe/gestalter-fuer-visuelles-marketing/

https://www.azubi.de/beruf/gestalter-visuelles-marketing

Berufsverband

https://www.vmm.eu/

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